Interview Kreuzlinger Nachrichten vom 14.11.19 zum Thema „Wechseljahre“………. read more

Interview mit Dr. med. Kurt Leonard Zimmermann- Internist und Naturheilpraktiker vom 14.11.2019

Dr. Kurt Zimmermann führte viele Jahre eine grosse Internistische Gemeinschaftspraxis mit einem breiten Angebot an Naturheilverfahren. Seit 2015 praktiziert er, zusammen mit Naturheilpraktikerin Emely Zimmermann, in der Praxis EnergieMed in Kreuzlingen.

Dr. Zimmermann, ist der Leidensdruck bei Frauen in den Wechseljahren gross, raten Gynäkologen zu einer Hormontherapie. Was raten Sie aus der Sicht der Naturheilkunde?

Ich rate zu einer besonderen Art der Hormonersatztherapie nach Rimkus.; sie erfüllt zwei Anforderungen die an eine naturheilkundliche Therapie gestellt werden müssen, in idealer Weise. Es werden die Hormone Oestradiol und Progesteron in naturidentischer Form, d. h. so wie der Körper sie bisher produziert hat, in Kapseln verabreicht und die Dosierung ist individuell an jede Patientin oder Patienten angepasst. Es werden die Blutwerte vor und während der Behandlung in regelmässigen Abständen bestimmt. Die Hormondosis wird so angepasst, dass ein optimaler Zielbereich erreicht wird. Das frühere Wohlbefinden ist wieder hergestellt ohne dass Monatsblutungen auftreten. Ein Riesenvorteil der Behandlung besteht darin, dass sie zu einer biologischen Verjüngung führt, alle Zellen des Körpers, vorallem Knochen und Bindegewebe werden wieder so beschaffen, wie sie es vor dem Klimakterium waren.

Wie und welche pflanzlichen Hormone helfen gegen die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen oder Gewichtszunahme?

Mit HIlfe eines FRagebogens können die Beschwerden in eine leichten, mittleren und schwereren Bereich eingeotdnet werden. Die pflanzlichen Hormone sind nur für den leichteten, allenfalls mittleren Bereich geeignet, wenn Bedenken gegen eine Hormonersatztherapie bestehen. Gesichert iste die Wirkung der Traubensilberkerze; Johanniskraut hilft gegen Stimmungsschwankungen, Baldrian und Hopfen bei Reizbarkeit und Unruhe, Salbei lindert Schweissausbrüche und nächtliches Schwitzen. Nicht zu empfehlen ist Rotklee und Soja.

Welche Therapien können in den Wechseljahren noch helfen?

Wir haben gute Erfahrung mit begleitender Akupunktur, die in dieser Lebensphase sehr hilfreich ist; nicht zu vergessen unterstützende Gesprächstherapie, da häufig noch andere Lebensbereiche aus dem Lot sind wie z. B. Beruf, die Partnerschaft und die Kinder, die aus dem Haus gehen.

Wie wichtig ist die richtige Ernährung für Frauen in den Wechseljahren? Was raten Sie?

Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren deutlich an Gewicht zu. Dies ist eine Folge der Stoffwechselumstellung und von weniger Bewegung. Hier braucht es eine dauerhafte Ernährungsumstellung auf kohlenhydratarme Kost mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse und adäquate Bewegung. Auch hier beraten wir individuell auf der Grundlage neuester Erkenntnisse.

Welche Ersatztherapie zu synthetischen Hormonen bezahlt die Krankenkasse?

Die naturidentischen Hormonkapseln kosten ca. 48 Franken pro Monat. Sie werden in seltenen Fällen von der Zusatzkasse übernommen.

Heute weiss man ja, dass auch Männer in die Wechseljahre kommen.

Ja, das ist richtig. Es gibt auch ein männliches „Klimakterium „, das allerdings deutlich früher oder später als bei Frauen auftreten kann. Zwischen dem 40. bis 60. Lebensjahr, je nach Stressituation. Hinweisende Symptome sind hier die Ängste zu versagen und depressive Verstimmungen, die vorher nicht bekannt waren.

Fragen stellte: Angelina Rabener, Kreuzlinger Nachrichten